Die Geschichte der Osnabrücker Hütte

Zusammenschluss der Sektion Osnabrück:

Am 1. Januar 1874, elf Jahre nach dem Zusammenschluss des Deutschen und des Österreichischen Alpenvereins war, allein schon aus geographischer Sicht die Gemeinschaft mit Hannover nicht möglich, deshalb kamen die Osnabrücker Mitglieder zum Entschluss, engere Verbindungen miteinander zu suchen.

Im Mai 1888 forderte der Hauptausschuss in München die Bitte aus, eine selbstständige Sektion zu gründen.

So entstand am 21. November die Sektion Osnabrück, deren Vorsitzender Syndikus Westerkamp wurde.

Die Sektion wuchs in den kommenden Jahren immer und immer mehr, heute sind es um die 2.300 Mitglieder.

 

 

Planung und Bau der Osnabrücker Hütte:

1895 wies Mg. pharm. Frido Kordon in einem Artikel auf das unerschlossene Gebiet zwischen Ankogel und Hochalmspitze hin, es war das Großelend, dem ein Bergsteigerstützpunkt fehlte.

„Elend“ leitet sich von „ali lanti“ ab, dass so viel wie „abgelegene Gegend“ heißt.

Es bestanden zu diesem Zeitpunkt schon zwei Schutzhütten nahe den Grenzen des vorgesehenen Arbeitsgebietes.

 

Der Ankogel (3246m), sowie die Hochalmspitze mit ihren zwei Gipfeln (3360m) und dem Nachbarn Großelendkopf (3315m) liegen an der Grenze des Arbeitsgebietes.

1896 bewarb sich die Sektion Osnabrück bei dem Alpenvereinsgau Gmünd, als Anwärter für den Hüttenbau.

 

Feistritzer hielt Umschau mit den ortskundigen Hirten, um einen geeigneten Platz für die Hütte zu finden.

Nahe der Einmündung des Fallbaches in den Großelendbach wurde dieser schlussendlich gefunden.

Unter der Bedingung, dass der Gesamtverein bei dem Bau der Hütte helfen würde, beschloss die Sektion Osnabrück im Oktober 1896 die Hütte an den geeigneten Platz aufzubauen.

1896 schaffte es Frido Kordon mit der Unterstützung des Alpmeister Feistritzer und Kohlmayr, von den elendalmberechtigten Bauern die Zusage des Baues der Osnabrücker Hütte zu erlangen, dies gestaltete sich jedoch nicht einfach, da eine Minderung der Jagd-Pachteinnahmen befürchtet wurde, wegen des stark ansteigenden Bergsteigerverkehrs.

 

Der notarielle Grundkaufvertrag wurde 11 Monate später abgeschlossen.

 

 

Eröffnung der Osnabrücker Hütte:

 Die erste Osnabrücker Hütte wurde am 24. Juli 1899 eröffnet.

Der Mittelpunkt der Arbeit war somit geschafft.

Gemeinsame Tätigkeiten brachten Osnabrück mit Gmünd zusammen, diese Verbindung besteht heute noch.

Im ersten Jahr wurde die Hütte nicht bewirtschaftet.

1900 wurde sie von einer Wirtschaftlerin und einen Träger betreut.

Als durch die Fertigstellung der Tauernbahn-Nordrampe 1907 mit einer großen Anzahl an Besuchern gerechnet wurde, übernahmen die Bergführer Andreas und Josef Klampferer den Hüttenbetrieb.

 

1914 trat Franz Kohlmayr in die Fußstapfen von Frido Kordon.

 

 

Zerfall der Osnabrücker Hütte:

Fünf Jahre blieb die Hütte in ersten Weltkrieg geschlossen.

1921 entwickelte sich Verhältnisse der Osnabrücker Hütte langsam wieder, es kamen aber nur fünf Osnabrücker von 603 Besuchern zur Hütte.

Der Großelendtaler Hubert Feistritzer bewirtschaftete die Hütte zu dieser Zeit, dieser wurde 1922 auch der Pächter der Osnabrücker Hütte.

1923 wurde die Hütte von einer Lawine erfasst, diese schob die Hütte von ihrem Steinsockel und zerriss sie von ihren Verankerungsdrahtseilen.

Das Äußere der Hütte stand schief, das Innere war jedoch völlig unversehrt.

Die Hütte konnte dennoch wieder vollständig nach den Aufbauarbeiten genutzt werden.

 

 

Neubau der zweiten Osnabrücker Hütte:

1982 wurde von einer außerordentlichen Hauptversammlung beschlossen, neben der alten Hütte einen Neubau zu errichten, doch dieser Gedanke wurde bald zerstört als ein Jäger im Februar 1929 die Hütte völlig zerstört vorfand.

Eine Lawine vom Schwarzhorn hat die Wände der Hütte geknickt und die Trümmer 20m in die Tiefe gerissen.

Am 25. März beschloss die Sektion einen Neubau zu errichten, dieser 75m vom früheren Standort entfernt und lawinensicher sein sollte.

Der neue Vorsitzende Heinrich Hammersen, dieser Prof. Dr. Ziller ablöste, setzte sich mit starkem Willen für einen Neubau ein, unterstützt wurde er auch den Architekten Lothar Gürtler aus Osnabrück, Huber Feistritzer, sowie Franz und Hubert Kohlmayr.

 

Am 1. Juli 1930 wurde mit dem Neubau der Osnabrücker Hütte begonnen.

Abbildung 1: Einweihung der ersten Osnabrücker Hütte am 24. Juli 1899 (Fotoarchiv der Sektion Osnabrück)

Abbildung 2: Die durch eine Lawine zerstörte Hütte (Fotoarchiv der Sektion Osnabrück)

 

Abbildung 3: Die zweite Osnabrücker Hütte im Jahre 1980 (Fotoarchiv der Sektion Osnabrück)